Warum sich die PlanerAllianz bei der Texterstellung für die weibliche Form in den Formulierungen entschieden hat

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Für manchen Leser mag sie umständlich wirken oder auf Dauer störend sein - dennoch: Die geschlechtergerechte Sprache ist in vielen Fließtexten sowie Anreden zu finden (z.B. „MitabeiterInnen") und wird zunehmend der Geschlechter-Gleichstellung halber bewusst verwendet. Wenn sich bisher für eine der beiden Formen entschieden werden musste, so war es mit großer Wahrscheinlichkeit die männliche. Da kommt schnell die Frage auf: Warum sich nicht bewusst für die weibliche Variante entscheiden und dem Mainstream mit einer damit verbundenen Geste entgegenwirken?

Ein Zeichen setzen

Mit diesem Gedanken haben wir von der PlanerAllianz - als männerdominierte Ingenieurgesellschaft - uns ausführlicher auseinandergesetzt. Nun steht die Entscheidung fest: Unsere Textbeiträge sowie alle textlichen Elemente auf der Webseite sollen der weiblichen Form angepasst werden, ohne die Absicht, die andere Form als weniger wertig zu betrachten. Die Beweggründe für unser Vorhaben möchten wir Ihnen gerne weiterführend aufzeigen.

Frauen nach wie vor starke MINT-Minderheit?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es immer noch verhältnismäßig wenig Frauen gibt, die im Bereich der MINT-Berufe tätig sind und sich den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik widmen. Doch Initiativen, die sich um ein gesteigertes Interesse junger Menschen für jene Berufsbranche bemühen, scheinen allmählich Erfolg zu haben. Deren besonderer Fokus liegt dabei darauf, den Frauen technisch- und naturwissenschaftliche Themen nahezubringen, reizvoll zu vermitteln.

Laut der Sueddeutschen Zeitung wurde noch vor ca. 10 Jahren ein absoluter Notstand an jungen und dynamischen Naturwissenschaftlern, sogenannten „Tüftlern" und Erfindern, in der Gesellschaft ausgerufen - zu wenig Schüler sollen den Wunsch gehabt haben, Chemie, Physik, Maschinenbau oder Elektrotechnik zu studieren. Seitdem ist viel geschehen - insbesondere was den weiblichen Zuspruch anbelangt. Ein erstaunliches Ergebnis lieferte 2014 die Initiative „Komm, mach MINT" anhand einer klaren Gegenüberstellung: Waren es im Jahr 2000 noch weniger als 46.000 weibliche Studienanfänger aus dem MINT-Sektor, entschieden sich 14 Jahre später mehr als doppelt so viele Frauen für diesen Studienbereich.

Und auch das Studienergebnis des MINT-Reports 2016 des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln kommt zu dem Ergebnis, dass der Anteil weibliche MINT-Akademikerinnen steigt. Im Zeitraum von 2011 bis 2014 ist die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikerinnen um 16,4 Prozent gestiegen, von 477.300 auf 555.800 Erwerbstätige.

Jedoch muss man den Anteil der männlichen MINT-Akademiker in 2014 auch betrachten: 2.061.600! Die überproportional positive Beschäftigungsentwicklung weiblicher MINT- Akademiker hat dazu geführt, dass der Frauenanteil unter den erwerbstätigen MINT-Akademikern von 20,2 Prozent im Jahr 2011 auf 21,2 Prozent im Jahr 2014 gestiegen ist. Der Frauenanteil in der Altersgruppe unter 35 Jahren liegt inzwischen um 8 Prozentpunkte höher als bei den Personen ab 55 Jahre.

Update: Und auch aktuell steigen die Zahlen

Im September 2017 waren rund 1,2 Millionen Frauen in den MINT-Berufen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 2013 waren es lediglich 1,07 Millionen Frauen gewesen. Das heißt, auch aktuell sind die Zahlen immer noch am steigen. Jedoch ist die Anzahl an Frauen, die Mathematik oder Naturwissenschaften studieren, zurückgegangen: 2013 waren noch ca. 174.000 Studentinnen eingeschrieben im Jahr 2017 nur noch 154.000. Im Kontrast dazu widmeten sich mehr Frauen dem Ingenieurwissenschaftsstudium: Im Jahr 2013 studierten 115.000 Studentinnen und im Jahr 2017 knapp 177.000. (Quelle: HAZ)

Der Geschlechtermix ist entscheidend

Auf Basis der genannten Daten sind wir von der PlanerAllianz zuversichtlich und davon überzeugt, dass ein ausgeglichenes Männer-Frauen-Kollegium sowohl die interne als auch externe Zusammenarbeit bereichert. Eine gegenseitige Bereicherung ist insofern möglich, dass männliche und weibliche Mitarbeiter unterschiedliche Betrachtungsweisen mitbringen, wodurch z.B. ein Projektverlauf im Bereich der technischen Gebäudeausstattung entscheidend und positiv beeinflusst werden kann.

Ebenso aus dem Grund, dass wir auf einen vielseitigen Austausch mit unseren Gesellschaftern in ganz Deutschland angewiesen sind, begrüßen wir als Arbeitgeber eine solche Mitarbeiterstruktur.

Unsere Botschaft

Wenn Sie künftig einen unserer Blogbeiträge inklusive der weiblichen Formulierungen lesen werden, erinnern Sie sich daran, dass dies keine offensive Ausgrenzung jeglichen männlichen Bezuges darstellen soll. Betrachten Sie es vielmehr als Inspiration, als Aufruf und als einen Wunsch, den MINT-Bereichen eine (annähernd) gleich verteilte Anerkennung und Begeisterung entgegen zu bringen.

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